Zum Inhalt springen

Ratgeber

Dampfreiniger: Leitungswasser oder destilliertes Wasser?

Veröffentlicht am

Hinweis: Diese Seite enthält Werbelinks (Affiliate-Links) zu Amazon. Kaufen Sie über einen solchen Link, erhalten wir eine Provision. Für Sie ändert sich der Preis nicht. Mehr dazu

Kalk ist der Hauptgrund für nachlassende Dampfleistung, deshalb fragen viele, ob destilliertes Wasser die bessere Wahl ist. Die Antwort hängt vom Gerät und von der Wasserhärte ab. Hier lesen Sie, wie Sie die Herstellerangaben einordnen, was die Härte bewirkt und was Sie auf keinen Fall in den Tank geben sollten.

Was die Hersteller sagen

Die Vorgaben unterscheiden sich je nach Hersteller und Bauart. Manche erlauben Leitungswasser ausdrücklich und liefern Kalkschutz mit, andere schreiben bei hartem Wasser ein Gemisch mit entmineralisiertem Wasser oder spezielle Kartuschen vor. Bei einzelnen Geräten wird destilliertes Wasser nicht empfohlen, weil das Gerät auf eine gewisse Leitfähigkeit des Wassers für Füllstandssensoren ausgelegt sein kann.

Aus diesen Gründen gibt es keine allgemeingültige Antwort. Die Betriebsanleitung nennt, welches Wasser zulässig ist, und gibt oft auch den Grad der Härte an, ab dem Sie Maßnahmen ergreifen sollten.

Hinweis:Keine Zusätze wie Essig, Duftstoffe oder Reiniger in den Wassertank geben, sofern die Anleitung das nicht ausdrücklich erlaubt.

Wasserhärte kennen

Die Härte Ihres Leitungswassers erfahren Sie beim Wasserversorger, meist online oder auf der Wasserrechnung. Sie wird in Millimol Calciumcarbonat je Liter oder in Grad deutscher Härte angegeben. Üblicherweise unterscheidet man weich, mittel und hart. Bei harten Wassern lagert sich deutlich mehr Kalk ab.

Je härter das Wasser, desto häufiger sollte entkalkt werden oder desto eher kommt aufbereitetes Wasser infrage. Die Grafik ordnet die Bereiche ein, die Intervalle sind Richtwerte.

Destilliertes, demineralisiertes oder gefiltertes Wasser

Destilliertes Wasser ist praktisch frei von gelösten Mineralien, bei demineralisiertem Wasser wurden sie per Ionenaustausch entfernt. Beides vermindert Kalkablagerungen. Wassertank-Filter und Kalkpatronen binden Kalk, ohne das Wasser komplett zu entmineralisieren.

Wasser aus Haushaltsfiltern oder Enthärtungsanlagen kann sich anders verhalten, etwa durch Zusätze oder Salze. Verwenden Sie es nur, wenn die Anleitung die Wasserart zulässt. Der Griff zum falschen Wasser kann Garantie und Gerät gefährden.

Praktisch umsetzen

Wenn Ihr Gerät Leitungswasser zulässt und Ihr Wasser weich bis mittelhart ist, genügt meist regelmäßiges Entkalken. Bei hartem Wasser lohnt der Blick in die Anleitung, ob ein Mischungsverhältnis genannt wird. Wie Sie entkalken, beschreibt Kärcher Dampfreiniger entkalken; eine allgemeine Einführung bietet Dampfreiniger richtig benutzen.

Mit dem Dampfzeit- und Entkalkungsrechner lässt sich ein Intervall grob abschätzen. Er ersetzt aber nicht die Herstellerangabe.

Dampfreiniger im Vergleich →

Wasser nach Gebrauch

Lassen Sie Restwasser nicht lange im Gerät stehen. Leeren Sie Tanks nach der Anleitung und lagern Sie das Gerät trocken. Vor dem nächsten Einsatz füllen Sie frisches Wasser ein. Stehendes Wasser kann muffig riechen und Beläge fördern.

Typische Probleme durch falsches Wasser

Wird sehr hartes Wasser ohne Maßnahmen verwendet, setzt sich Kalk schneller ab. Die Folge sind Spritzer, Ablagerungen auf Böden und schwächere Dampfleistung. In Geräten mit Füllstandsüberwachung kann falsches Wasser außerdem zu Fehlmeldungen führen, wenn der Sensor nicht passt.

Wer Zusätze wie Duftstoffe oder Reiniger in den Tank gibt, riskiert Schaum, Ablagerungen und Schäden an Dichtungen. Reinigungsmittel gehören auf die Fläche, nicht in den Tank. Manche Geräte bieten ein eigenes Zubehör, bei dem Mittel kontrolliert zugeführt werden; das gilt nur, wenn die Anleitung es nennt.

Kalkschutz im Gerät

Viele Geräte besitzen einen Kalkfilter, eine Kartusche oder einen Entkalkungsstick im Tank. Diese Teile binden einen Teil des Kalks. Sie sind Verbrauchsteile und müssen nach den Angaben des Herstellers erneuert werden. Ein vergessenes Wechselintervall kann den Schutz aufheben.

Für den Alltag heißt das: Prüfen Sie, ob Ihr Gerät mit Kalkschutz ausgestattet ist, und lesen Sie, wie er gewartet wird. Dann entscheiden Sie, ob Leitungswasser reicht oder ob aufbereitetes Wasser sinnvoller ist.

Entscheidungshilfe in drei Schritten

Erstens: Lesen Sie die Anleitung und notieren Sie, welches Wasser sie zulässt und welche Härte angegeben ist. Zweitens: Erfragen Sie die Härte Ihres Leitungswassers beim Versorger. Drittens: Vergleichen Sie beides. Passt das Leitungswasser zur Angabe, genügt es mit regelmäßigem Entkalken. Liegt Ihr Wert deutlich darüber, folgen Sie den Vorschlägen des Herstellers zu Kartusche, Mischung oder aufbereitetem Wasser.

Wer das Gerät im Mietshaushalt mit wechselnder Wasserqualität nutzt, etwa nach Umzug in eine andere Region, sollte die Härte neu prüfen. Auch innerhalb einer Stadt kann sie je nach Versorgungsgebiet schwanken. Das ändert den Entkalkungsrhythmus spürbar.

Kosten und Aufwand ohne Zahlen einordnen

Aufbereitetes Wasser bedeutet zusätzlichen Einkauf und Lagerung. Dem steht weniger Entkalkungsaufwand gegenüber. Ob sich das lohnt, hängt von Nutzungshäufigkeit und Wasserhärte ab. Bei seltener Nutzung und weichem Wasser ist der Mehraufwand meist nicht nötig. Bei täglichem Einsatz und hartem Wasser kann er sich bezahlt machen, sofern der Hersteller es erlaubt.

Häufige Fragen

Darf ich jederzeit destilliertes Wasser nehmen? Nur wenn es die Anleitung erlaubt. Bei manchen Geräten ist es ausgeschlossen.

Hilft Abkochen gegen Kalk? Abkochen entfernt nur einen Teil der Härte und ersetzt keine Aufbereitung.

Kann ich Essig ins Wasser geben? Nein, außer die Anleitung erlaubt es. Zusätze können Dichtungen und Ventile schädigen.

Wie erfahre ich die Härte? Beim Wasserversorger oder über Teststreifen aus dem Handel.

Was Sie dafür brauchen